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	<title>ziel-orientiert.de &#187; Gesundheitssystem</title>
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	<description>Von der Entscheidung bis zur Realisierung</description>
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		<title>Wie zielorientiert wissenschaftlich ist die klassische westliche Medizin?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 17:40:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nils schulte am hulse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entscheidungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Unabh&#228;ngig davon, ob man der klassischen Medizin vertraut oder eher dazu neigt alternative Behandlungsmethoden zu nutzen, bei schwierigeren oder schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen wenden sich viele Menschen letztendlich immer noch der klassischen Medizin zu. Heute las ich den Artikel &#8220;Der betrogene Patient&#8221; in dem Magazin &#8220;Zeit Wissen&#8221; (Ausgabe 04/2007, ein kurzer Auszug ist hier zu finden) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="klassische Medizin - pixelio.de" href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=103658&amp;mode=search" target="_blank"><img height="149" alt="pixelio Stethoskop 03" hspace="10" src="http://ziel-orientiert.de/files/2007/07/pixelio-stethoskop-03.jpg" width="225" align="right" vspace="10" /></a>Unabh&#228;ngig davon, ob man der klassischen Medizin vertraut oder eher dazu neigt alternative Behandlungsmethoden zu nutzen, bei schwierigeren oder schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen wenden sich viele Menschen letztendlich immer noch der klassischen Medizin zu.</p>
<p>Heute las ich den Artikel &#8220;Der betrogene Patient&#8221; in dem Magazin &#8220;Zeit Wissen&#8221; (Ausgabe 04/2007, ein kurzer Auszug ist <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/04/Betrogener-Patient">hier</a> zu finden) zu der Frage woran sich &#196;rzte bei der Wahl der Behandlungsmethode in der Regel orientieren.</p>
<p>Ich hatte zuvor angenommen, dass &#196;rzte bei typischen gesundheitlichen Problemen so etwas wie eine zielorientierte wissenschaftliche Standardvorgehensweise nutzen. Dem ist wohl (leider?) nicht immer so. In dem Artikel wird erl&#228;utert, dass viele &#196;rzte auf Ihre pers&#246;nliche Erfahrung oder Ihr Bauchgef&#252;hl h&#246;ren und sich nicht an die u.a. von Fachgesellschaften vorgegebenen Leitlinien halten.</p>
<p><span id="more-141"></span></p>
<p>Ob diese Vorgehensweise so korrekt ist und zur Behandlungsfreiheit der &#196;rzte geh&#246;rt oder eher als Behandlungsfehler zu werten ist, wird je nach Zugeh&#246;rigkeit der Meinungsvertreter unterschiedlich eingesch&#228;tzt.</p>
<p>Die in dem Artikel genannten Punkte, die mich unangenehm &#252;berrascht haben:</p>
<ul>
<li>Lange hat wohl die Weiterbildung der &#196;rzte &#252;berwiegend im Rahmen von durch die Pharmaindustrie finanzierten Veranstaltungen stattgefunden.</li>
<li>Die Akzeptanz und Anwendung von sogenannten Leitlinien der EBM (evidenzbasierte Medizin, das sind auf wissenschaftlichen Studien basierende Empfehlungen) ist anscheinend noch sehr gering.</li>
<li>In dem Artikel werden 24 bekannte Erkrankungen aufgelistet, bei denen &#196;rzte regelm&#228;&#223;ig nach streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten wenig wirkungsvolle oder sogar gef&#228;hrliche Therapien und Eingriffe verordnen.</li>
</ul>
<p>Ein Beispiel hat mich dabei besonders Beeindruckt: <strong>der Bandscheibenvorfall</strong>.</p>
<blockquote><p>Wenn Teile einer Bandscheibe in den R&#252;ckenmarkskanal eindringen, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Der kann Schmerzen und sogar L&#228;hmungserscheinungen verursachen, muss es aber nicht. R&#246;ntgt man etwa gesunde Menschen ohne Beschwerden, w&#252;rde man bei jedem Vierten die typischen Zeichen eines Bandscheibenvorfalls finden. Behandelt werden muss er nicht. Wenn aber Patienten starke Schmerzen &#252;ber Wochen haben, wird oft operiert. Dabei muss man sich im Klaren sein, dass eine Operation zwar eine Besserung bringt, allerdings nur &#252;ber einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Danach verschwindet der Effekt, und man erkennt keinen Unterschied ,mehr zwischen operierten Patienten und solchen, denen nur Krankengymnastik verordnet wurde. Die gute Nachricht f&#252;r alle Betroffenen aber ist: Bei der gro&#223;en Mehrheit wird es auch ohne jegliche Therapie besser. Was auch daran liegen d&#252;rfte, dass sich das Bandscheibengewebe das in den R&#252;ckenmarkskanal eingedrungen ist, bei den meisten Patienten innerhalb von sechs Monaten wieder aufl&#246;st &#8211; ganz von allein.</p></blockquote>
<p>Diese Information hat mich sehr &#252;berrascht, da ich im n&#228;heren Verwandten- und Bekanntenkreis einige Personen kenne, die sich mit einem oder sogar mehreren Bandscheibenvorf&#228;llen gequ&#228;lt haben. Keiner von diesen hat auch nur ann&#228;hernd &#228;hnliche Informationen zu dem Thema gehabt. Und dies ist nur ein Beispiel, dass die &#8220;&#252;blichen&#8221; Verfahrensweisen in ein kritisches Licht taucht.</p>
<p>So r&#228;t auch ein Experte in dem Artikel dazu, dass man als Patient am Besten selbst aktiv werden sollte. Zum einen indem man sich nach M&#246;glichkeit selbst &#252;ber die passenden Leitlinien informiert und zum anderen indem man seinen Arzt auf evidenzbasierte Leitlinien anspricht und z.B. eine Erkl&#228;rung f&#252;r Abweichungen von dem empfohlenen Vorgehen fordert.</p>
<p>Eine sehr sch&#246;ne Zusammenstellung an Links ist unter <a href="http://www.zeit-wissen.de/ebm">www.zeit-wissen.de/ebm</a> zu finden. Am besten haben mir die Seiten <a href="http://www.gesundheitsinformation.de/">Gesundheitsinformation.de</a> gefallen.</p>
<p>Informationen zur EBM (evidenzbasierte Medizin) und Leitlinien, die patientengerecht aufbereitet wurden findet man unter:</p>
<p><a href="http://www.cochrane.de/">www.cochrane.de</a></p>
<p>Unabh&#228;ngig von dem Dilemma in dem unser Gesundheitssystem steckt: ich finde es schon erstaunlich, dass selbst dort, wo man klassische wissenschaftliche Ans&#228;tze vermutet, oftmals gar nicht danach gearbeitet wird. Das macht es f&#252;r mich als Patienten wesentlich schwieriger zu entscheiden welchen Weg ich gehen m&#246;chte, da ich nicht vorbehaltlos darauf vertrauen kann, dass der Arzt mir (zumindest aus der klassischen medizinischen Sicht) die bew&#228;hrtesten Heilungsm&#246;glichkeiten und deren Risiken aufzeigt.</p>
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